Vollbeschäftigung!

 

In der Tat: Es ist eine Frage der Handhabung. Oder auch der Handhabe.

Als Duo, Trio oder Quartett beziehen sich KLANK eigensinnig auf ihr Instrumentarium. Dieses reicht von einem Streichquartett-Torso aus Violine und Kontrabass über eine selten so unrockistisch gehörte Gitarre bis hin zu diversen Alltagsgegenständen, denen Geräusche abgerungen werden, die sie in Küche, Bad und Wohnzimmer selten fabrizieren. Oder sollte man sagen: Hier dürfen sie mal, wie sie wollen? Was indes auch für den eher klassischen Instrumententeil des KLANK-Apparats gilt.

 

Als Quartett improvisieren Reinhart Hammerschmidt, Christoph Ogiermann, Tim Schomacker und Hainer Wörmann frei. Ihr Quartettspiel ist mehr als der sprichwörtliche kleinste gemeinsame Nenner. Auch wenn zwischen gestrenger Konzeption und freier Eruption (respektive gestrenger Freiheit und eruptiver Verabredung) die sehr verschiedenen Zugänge und Vorwege der vier Musiker nicht immer ungesagt bleiben. Besagte Wege reichen von zeitgenössischer Komposition über Jahrzehnte lange Spielerfahrung in avanciertem Jazz und freier Improvisation bis zum dezidiert nichtakademi- schen Zugriff auf Spielmaterialien. Heraus kommen nicht selten raum- bezogene und situationsevozierte Musikstücke in unterschiedlicher Form- gebung: Von der Miniatur von nur wenigen Sekunden Dauer über das zeitgeklammerte Stück mit gerader Minutenzahl bis zum langen

(aber nicht ausufernden) KLANK-Gepräge.

 

Nicht zufällig findet diese Musik meist in Räumlichkeiten einen Ort,

die nicht in erster Linie Konzertbühne sind.

 

Nach Jahren des Zusammenspiels in verschiedenen musikalischen Zusammenhängen gaben sich KLANK eine Form: Als konzertierendes und konzipierendes Quartett, aber auch als über die Vierzahl hinaus reichende Produktionseinheit. Diese entwickelt Ideen, Konzepte und Musikereignisse für größere Gruppen. Zuletzt die abendfüllenden Konzertereignisse VENTIL II (September 2008, in Zusammenarbeit mit der Grundschule an der Landskronastraße in Bremen-Marßel) sowie GROSSES LERNEN – frei nach Cornelius Cardew – (Mai 2009, zusammen mit GrundschülerInnen aus Marßel, Lauter Blech sowie den Künstlerinnen Monika B. Beyer, Dina Koper und Anne Schlöpke).


2010 realisieren KLANK u.a. das Konzertereignis StadtKLANK (in Zusammenarbeit mit Musik der Jahrhunderte / Zukunftsmusik, Stuttgart): eine performative Komposition für mehrere hundert Spieler verschiedener musikalischer und nichtmusikalischer Ensembles.


Für die nähere Zukunft ist neben der CD-Dokumentation von GROSSES LERNEN sowie einer Plattenveröffentlichung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Komponisten u.a. der Brückenschlag in Richtung Literatur vorgesehen: Gemeinsam mit dem Schriftsteller Peter Abromeit wird dessen Industrial-Epos VERSTÜRZTE SCHLOTE zu einer Performance und einem Hörspiel weiter entwickelt.